
Heute, nach über 260 Jahren, zeugt die Crostauer Orgel immer noch uneingeschränkt von der Meisterschaft ihres Erbauers. Daran können auch glimpflich verlaufene Eingriffe nichts ändern:
Anstelle des originalen Registers Quinta 1 1/2 ' steht seit 1982 rekunstruiertes Pfeifenwerk (Im Jahr 1912 mußte dieses Register zeitweise einer Dulzflöte 8' weichen, einem Moderegister damaliger Zeit, das inzwischen wieder aus der Orgel entfernt worden ist).
Um mit dem Instrumtarium unserer Zeit mit der Orgel musizieren zu können, wurde im Jahr 1933 die Tontraktur in der Weise umgehängt, daß Normalstimmung (a1 mit der Frequenz von 440 Hz) erreicht wurde. Dieser Eingriff wäre verhältnismäßig einfach rückgängig zu machen; gegenwärtig zwingt jedoch nichts dazu.
Wie bei fast allen Orgeln Silbermanns, so ist auch im Crostauer Werk die ursprüngliche Temperierung nicht mehr vorhanden. Seit der letzten Orgelrestaurierung im Jahr 1982 hat die Orgel eine leicht ungleichmäßige Temperierung (s. U.).
1978 beschloß der Crostauer Kirchenvorstand im Blick auf das damals bevorstehende Jubiläum - 250 Jahre Silbermannorgel zu Crostau - das bisher nur stilwidrig behandelte Orgelgehäuse im Sinne des 18. Jahrhunderts ausstaffieren (bemalen und vergolden) zu lassen und entschied sich für die sinngemäße Übernahme der Forchheimer Orgelfassung von 1726. Das Crostauer Orgelgehäuse war, solange es in der alten Kirche stand, ungefaßt, also im natürlichen Holzton geblieben. Nach 1870 erhielt das Orgelgehäuse einen stilwidrig weißen Ölanstrich, der 1958 anläßlich einer Kirchenrenovierung erneuert worden ist.
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